Treffen der Heimatvereine auf dem Waldfriedhof Senden zu Allerheiligen
Zu Allerheiligen trafen sich die Heimatvereine Lüdinghausen, Senden, Bösensell und Ottmarsbocholt auf dem Waldfriedhof in Senden zu einem Rundgang und Momenten der Besinnung.
Der Waldfriedhof wurde 1981 angelegt. Auf dem Gelände befinden sich zudem eine Leichenhalle sowie eine Kapelle bzw. Abschiedshalle. Zu Allerheiligen fand dort auch in diesem Jahr eine Aktion der Hospizbewegung statt: Besucherinnen und Besucher konnten eine „Kerze der Erinnerung“ entzünden oder – besonders für Kinder – eine eigene Kerze gestalten.
Der Glockenturm am Eingang bildet ein interessantes Bauwerk, der seit der Gründung zum charakteristischen Bild des Ortes gehört. Der Friedhof selbst liegt inmitten des Waldes und besteht aus mehreren Gräberfeldern, die harmonisch in die Natur eingebettet sind. Dabei zeigen sich auf den Gräbern kulturell bedingte Unterschiede in der Gestaltung und Pflege der Grabstätten.
Im Laufe der Jahre hat sich auch in Senden die Bestattungskultur verändert. Viele ältere Gräber werden aufgegeben, und die Belegung neuer Grabstätten gestaltet sich zunehmend schwierig – insbesondere, weil Erdbestattungen immer seltener angefragt werden. Auch ein großes, bisher ungenutztes Feld steht noch zur Verfügung, dessen zukünftige Nutzung derzeit unklar ist.
Auf dem schön angelegten Waldfriedhof befindet sich außerdem eine Erinnerungsstätte für Sternenkinder sowie ein größerer Bereich für Baumbestattungen. Dort können unter unterschiedlich großen Bäumen bis zu acht Urnen pro Baum beigesetzt werden. Das schlichte Konzept sieht keine Kerzen oder Gestecke vor – Ausnahmen gelten nur am Tag der Beerdigung. Kleine Metallschilder an den Bäumen geben Auskunft über die dort beigesetzten Personen.
Interessant ist auch die historische Bedeutung des Ortes: Einst führte ein Hauptwanderweg über das heutige Friedhofsgelände. Dieser Weg ist heute nicht mehr in der aktiven Nutzung, zeugt aber von der langen Geschichte der Umgebung.
Zum Abschluss des Treffens stand die Frage im Raum, wie künftig mit den freiwerdenden Flächen umgegangen werden soll – und welche Form des Gedenkens und der Bestattung in Zukunft Platz auf dem Waldfriedhof Senden finden können.