„Hurra, wir ziehen durch die Zeiten“ – Passender Auftakt zu Feierlichkeiten des Heimatvereins Lüdinghausen zum Stadtgeburtstag

Schon das erste Lied vom musikalischen Duo Anne Voigt und Erich Kaltermann beschrieb die Kernaussage der Feierlichkeit des Heimatvereins zum 1225-jährigen Geburtstag der Stadt Lüdinghausen.
Mit vielen Beiträgen wurde am dritten Advent an die Geschichte Lüdinghausens erinnert. Im voll besetzten Kapitelsaal begrüßte der Vorsitzende des Heimatvereins, Alfred Focke, die zahlreichen Gäste.
In seinen Grußworten betonte der Bürgermeister, Ansgar Mertens, dass für die Stadt Lüdinghausen ein bedeutungsvolles Jahr zu Ende geht. Es wurde in der Vergangenheit viel geschafft und man habe noch viele Pläne, betonte Ansgar Mertens. Er dankte dem Heimatverein Lüdinghausen für diese Feierstunde und auch für das kleine Geschenk an jeden Gast – ein kleines Lesezeichen, das wichtige Eckdaten der Stadt Lüdinghausen dokumentiert. Der Bürgermeister betonte, dass der Heimatgedanke in Lüdinghausen und Seppenrade eng mit dem demokratischen Grundverständnis verbunden ist, auf dem das gelingende Gemeinschaftsgefüge basiert.
In ihrem Lied „Heimat Lüdinghausen“ richtete Anna Voigt eine Liebeserklärung an ihre Heimatstadt und drückte so die tiefe Verbundenheit zu ihrem „Zuhause für immer“ aus. Erich Kaltermann ergänzte im „Petrus-Zeit“ die musikalische Reise durch die Zeit.
Dr. Hermann Mesch, Archäologe aus Warendorf, stellte nach seinem Vortrag über das Leben im Jahr Frühmittelalter die Frage, ob man gerne in einer Zeit großer Einfachheit und Entbehrungen gelebt hätte. Anhand von Ausgrabungsdokumentationen versuchte er den Zuhörern zu vermitteln, wie die Arbeit von Archäologen zu Erkenntnissen über das Leben von vor ca. 800 Jahren führte.
Ein besonderes Highlight war die Kostprobe der „Sachsentaler“. Ein Gebäck, das Jörg Terjung nach Recherche von Liane Schmitz zu alten Rezepten kreierte. Abenteuerliche Zutaten wie Pottasche machten diese Kostprobe zum besonderen Erlebnis. „Du würdest das Feine nicht wahrnehmen, wenn du das Grobe nicht hast“, fasste Terjung seine experimentelle Reise in Rezepturen des Mittelalters zusammen.
Traditionell verleiht der Heimatverein zum Stadtgeburtstag die „Goldene Glocke“, ein Preis, der Personen, Gruppen oder Vereine für besondere Verdienste zum Erhalt historischer Gebäude und Anlagen, Engagement zur Verschönerung des Stadtbildes, sowie zukunftsorientierte bauliche Initiativen auszeichnet.
In diesem Jahr ging die „Goldene Glocke“ an das Ehepaar Kathrin und Markus Schröer, das seit Jahren in der Bauernschaft Westrup eine sehr alte Gräftenhofstelle restauriert.

Die Eheleute Kathrin und Markus Schröer sanieren seit Jahren in der Bauerschaft Westrup eine sehr alte Gräftenhofstelle. Das nun restaurierte Torhaus ist ein selten erhaltenes Bauwerk aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es ist somit ein bedeutender Teil der historischen Baukultur der Stadt Lüdinghausen und zudem ein sehr reizvoller Blickfang in der Bauerschaft Westrup. Der Heimatverein Lüdinghausen würdigt die nachhaltige Sanierung sowie die sinnvolle Nutzungstransformation des schönen Torhauses. So bleibt dieses einzigartige Zeugnis der regionalen Bau- und Kulturgeschichte nicht nur erhalten, sondern gewinnt neues Leben und Bedeutung für die Zukunft. Für dieses herausragende Engagement verleiht der Heimatverein Lüdinghausen Kathrin und Markus Schröer die „Goldene Glocke des Jahres 2025“.

Darüber hinaus erhielt Herr Klaus Dominik die „Goldene Glocke“, der in der Bauerschaft Berenbrock eine imposante zweigeschossige Wohnvilla aus der Zeit des späten Kaiserreiches in architektonisch sensibler Weise sanierte.

Herr Dominik hat in der Bauerschaft Berenbrock eine imposante zweigeschossige Wohnvilla aus der Zeit des späten Kaiserreichs in architektonisch sensibler Weise saniert. Dieser beindruckende Bau gehörte zur ehemaligen Hofstelle Pröbsting, die zu den ältesten und größten Hofanlagen Lüdinghausens zählt. Das Herrenhaus im Heimatstil stellt dank der umfassenden Sanierung nun einen äußerst reizvollen Blickfang in der Bauerschaft dar und prägt maßgeblich das Landschaftsbild. Der Heimatverein Lüdinghausen würdigt die nachhaltige Renovierung dieses architektonisch wertvollen Gebäudes in der Bauerschaft Berenbrock und verleiht Herrn Klaus Dominik dafür die „Goldene Glocke des Jahres 2025“.

Bereits mit Vorfreude verwies der Vorsitzende Alfred Focke auf den nächsten Termin zum Stadtgeburtstag am Sonntag, 13. Dezember 2026 und wünschte allen Anwesenden eine besinnliche Adventszeit.