Blick in die Bösenseller Bestattungskultur zu Allerheiligen

Gemeinsam die regionale Geschichte lebendig halten: Bereits zum vierten Mal kamen am Gedenktag Allerheiligen die Mitglieder der Heimatvereine aus Lüdinghausen, Senden, Ottmarsbocholt und Bösensell zu einem Austausch zusammen. Nach den vergangenen Treffen in Lüdinghausen und Senden schlossen wir uns in diesem Jahr der Einladung nach Bösensell an, wo die historische Verbindung von Glauben, Kirche und Bestattungskultur im Mittelpunkt stand.

Der Treffpunkt bot dafür den perfekten historischen Rahmen: Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Bösensell, die im Zentrum des historischen Rückblicks stand, denn über viele Jahrhunderte hinweg wurden die Verstorbenen der Gemeinde traditionell direkt auf dem alten „Kirchhof“ – also unmittelbar rund um das Kirchengebäude – beigesetzt.

Erst als dieser Platz im Zuge des Bevölkerungswachstums Mitte des 19. Jahrhunderts zu klein wurde, richtete man ab 1860 den neuen Friedhof im Sporksfeld ein, auf dem 1872 die erste Beerdigung stattfand.

Nach diesem spannenden Einblick in die frühere Bestattungskultur und dem Wandel der Erinnerungsorte kam natürlich auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Bei einem gemütlichen gemeinsamen Beisammensein nutzten die Mitglieder der vier Heimatvereine die Gelegenheit, alte Kontakte zu pflegen, neue Pläne zu schmieden und die nachbarschaftliche Verbundenheit weiter zu stärken. Ein rundum gelungener Feiertag, der zeigt, wie viel verbindende Geschichte in unserer Region steckt!